Über­flu­tungs­nach­wei­se für Stadt Dülmen

Groß­flä­chi­ge Über­flu­tun­gen verhindern

Im Jahr 2013 tra­ten in der Stadt Dül­men in NRW mas­si­ve Nie­der­schlä­ge auf, die in ihrer Inten­si­tät über einem 200-jähr­li­chen Rege­n­er­eig­nis lagen. Die­se führ­ten zu groß­flä­chi­gen Über­flu­tun­gen und Schä­den, obwohl die Kana­li­sa­ti­on gemes­sen am Über­stau­nach­weis einen über­durch­schnitt­lich guten Zustand auf­weist. Ver­an­lasst durch die­ses und vor­an­ge­gan­ge­ne Rege­n­er­eig­nis­se ent­schied sich das Abwas­ser­werk der Stadt Dül­men dazu, die Bemes­sung und die Pla­nung der Ent­wäs­se­rung um den moder­ne­ren Über­flu­tungs­nach­weis mit­tels der gekop­pel­ten 1D-/2D­Si­mu­la­ti­on zu ergänzen.

175 km Kanallänge

Die LINDSCHULTE Inge­nieur­ge­sell­schaft Nord­horn wur­de beauf­tragt, für das Kanal­netz Dül­men-Stadt – mit rund 28.000 Ein­woh­nern und 175 km Kanal­län­ge das größ­te Teil­netz im Stadt­ge­biet – einen Über­flu­tungs­nach­weis zu füh­ren. Hier­bei wur­de die Ober­flä­che des gesam­ten Stadt­ge­biets detail­liert durch ein Gelän­de­mo­dell abge­bil­det und mit dem bereits vor­lie­gen­den Kanal­netz­mo­dell gekop­pelt berech­net. Hier­bei wur­den nicht nur die übli­chen Wie­der­kehr­zei­ten von 20 und 30 Jah­ren, son­dern auch das 50- und 100-jähr­li­che Rege­n­er­eig­nis simu­liert. Neben der Mög­lich­keit, eine DIN-kon­for­me Dimen­sio­nie­rung der Stadt­ent­wäs­se­rung unter Aus­nut­zung des Opti­mie­rungs­po­ten­zi­als in der Kana­li­sa­ti­on und an der Ober­flä­che vor­zu­neh­men, ste­hen der Stadt Dül­men nun auch die Infor­ma­tio­nen für Alarm­plä­ne oder die kon­kre­te Infor­ma­ti­on von betrof­fe­nen Grund­stücks­eig­nern zur Ver­fü­gung. Damit wer­den das Abwas­ser­werk, die Bau­leit­pla­nung, der Stra­ßen­bau­last­trä­ger und nicht zuletzt die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in die Lage ver­setzt, der Gemein­schafts­auf­ga­be „Über­flu­tungs­schutz“ nachzukommen.

Wei­ter­hin wur­den bereits wäh­rend der Bear­bei­tung des Über­flu­tungs­nach­wei­ses die Modell­da­ten für ein grö­ße­res Bau­vor­ha­ben im Stadt­ge­biet zur Ver­fü­gung gestellt. Hier­durch war bereits wäh­rend der Pla­nungs­pha­se eine umfas­sen­de Berück­sich­ti­gung des vor­han­de­nen Gefähr­dungs­po­ten­zi­als mög­lich, so dass hier­auf in der Pla­nung reagiert und zeit­gleich der erfor­der­li­che Nach­weis nach DIN 1986-100 mit moderns­ten Metho­den geführt wer­den konnte.

Stich­punk­te zur Referenz:

  • Füh­rung eines Über­flu­tungs­nach­wei­ses für Kleinstadt
  • DIN-kon­for­me Dimen­sio­nie­rung der Stadtentwässerung
  • Berück­sich­ti­gung des vor­han­de­nen Gefährdungspotenzials