Der Hafen in Leer ist einer der bedeu­tends­ten kom­mu­na­len Häfen in Nie­der­sach­sen. Sei­ne Was­ser­flä­che von ins­ge­samt etwa 40 Hekt­ar ist auf­ge­teilt in die Berei­che Industrie‑, Han­dels- und Frei­zeit­ha­fen sowie ein Muse­ums­ha­fen.

Tri­mo­da­ler Umschlag­platz

Mit Inves­ti­tio­nen von ins­ge­samt 21 Mil­lio­nen Euro ent­stand in Leer ein moder­ner tri­mo­da­ler Umschlag­platz für Mas­sen und Stück­gü­ter – Bio­die­sel, Pflan­zen­öle, Getrei­de, Fut­ter­mit­tel, Dün­ger, Stei­ne und Erden sowie Eisen und Stahl(-schrott).

Inves­ti­ti­ons­maß­nah­men in Höhe von etwa sie­ben Mil­lio­nen Euro wur­den im Vor­lauf bean­tragt. Das Schie­nen­netz der Deut­schen Bahn ver­läuft öst­lich des Hafens und hat nörd­lich eine Ver­bin­dung mit der Hafen­bahn.

Süd­pier

Die Süd­pier wur­de der­zeit als Umschlag­an­la­ge für Schrott genutzt. Die Ober­flä­che ist mit Beton­plat­ten befes­tigt und was­ser­sei­tig mit einer Spund­wand begrenzt, an der Bin­nen­schif­fe ver­la­den kön­nen.

Atlas­flä­che

Die Atlas­flä­che ist die letz­te noch unbe­bau­te Flä­che im Indus­trie­ha­fen und galt vor der Maß­nah­me als Brach­land. Sie besaß weder eine Ober­flä­chen­be­fes­ti­gung, noch hat­te sie eine bau­li­che Abgren­zung zum Was­ser.

Inno­va­ti­ver Ober­bau

Der Ober­bau der Ver­kehrs­flä­chen wur­de mit einer so genann­ten Halb­star­ren Deck­schicht befes­tigt. Die­se bestand aus einem offen­po­ri­gen Asphalt, des­sen gro­ßer Hohl­raum­ge­halt mit einem hoch­fes­ten Fließ­mör­tel auf­ge­füllt wird. Der Belag hat dadurch wei­ter­hin die Fle­xi­bi­li­tät von Asphalt, kann aber in Ver­bin­dung mit dem hoch­fes­ten Mör­tel an die Fes­tig­keit von Beton her­an­rei­chen. So ent­stand ein qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger Ober­bau ohne war­tungs­in­ten­si­ve Fugen. Die­se rela­tiv neue Bau­wei­se war schon damals weit ver­brei­tet bei hoch belas­te­ten Ver­kehrs­flä­chen wie Häfen, Flug­hä­fen oder LKW-Park­plät­zen.

Anspruchs­vol­le tech­ni­sche Lösun­gen für kom­pli­zier­te Bau­grund­ver­hält­nis­se

Bei­den Flä­chen gemein war der nicht trag­fä­hi­ge Bau­grund, wel­cher zudem noch Ver­un­rei­ni­gun­gen auf­wies. Die kom­pli­zier­ten Bau­grund­ver­hält­nis­se führ­ten zu anspruchs­vol­len tech­ni­schen Lösun­gen mit einem ca. 2,2 Meter star­ken Auf­bau und Tief­grün­dun­gen in beson­ders bean­spruch­ten Berei­chen.

Die Schleu­se zwi­schen Hafen und dem Fluss Leda hat eine Län­ge von 192 und eine Brei­te von 26 Metern. Der Tiden­hub der Leda beträgt durch­schnitt­lich 3,4 Meter. Durch die Schleu­se ist der Hafen Leer tide­un­ab­hän­gig, Schif­fe kön­nen den Hafen also jeder­zeit ganz nor­mal befah­ren. Die Tri­mo­da­li­tät der Süd­pier gewähr­leis­tet den Trans­port von Schütt­gut und Stück­gut. Der Umschlag zwi­schen Bin­nen­schif­fen, Hafen­bahn und LKW erfolgt mit einem 50-Ton­nen-Kran. Das Hafen­be­cken wird bis zu einer Tie­fe von 6 Metern aus­ge­bag­gert und die gesam­te Bahn­ste­cke auf einer Län­ge von zir­ka 280 Metern mit einem zwei­ten Par­al­lel­gleis aus­ge­stat­tet. Die Zufahrt erfolgt wei­ter­hin über die Stra­ße „An der See­schleu­se“. Wenn Züge die Zufahrt blo­ckie­ren, kann eine neue Zufahrt im Wes­ten genutzt wer­den. Auf dem kom­plett ein­ge­zäun­ten Gelän­de ist außer­dem eine LKW-Waa­ge mit zuge­hö­ri­gem Büro­con­tai­ner, eine ganz­flä­chi­ge Beleuch­tung sowie eine Ver- und Ent­sor­gungs­sta­ti­on für Schif­fe vor­ge­se­hen. Die Ent­wäs­se­rung erfolgt über eine Kas­ten­rin­ne ins Hafen­be­cken.

Erneue­rung der Ufer­spund­wand

Die rück­wär­ti­ge Ver­an­ke­rung der bestehen­den 200 Meter lan­gen Ufer­spund­wand muss erneu­ert wer­den. Die Grö­ße der Mul­ti­funk­ti­ons­flä­che beträgt 12.300 Qua­drat­me­ter – 4.000 mehr als zuvor.

Abdich­tung gegen was­ser­ge­fähr­den­de Stof­fe

Die Atlas­flä­che hat eine Grö­ße von 24.000 Qua­drat­me­ter, davon wer­den 20.000 als Mul­ti­funk­ti­ons­flä­che befes­tigt. Der süd­li­che Bereich wird auf einer Grö­ße von 8.000 Qua­drat­me­tern so abge­dich­tet, dass in die­sem Bereich was­ser­ge­fähr­den­de Stof­fe – wie Öl oder Schrott – umge­schla­gen wer­den kön­nen. Ent­ste­hen­des Abwas­ser wird in einem Regen­rück­hal­te­be­cken gesam­melt, gerei­nigt und anschlie­ßend gedros­selt in den Schmutz­was­ser­ka­nal der Säge­müh­len­stra­ße gelei­tet. Die Flä­che wird mit Stahl­fa­ser-Stahl­be­ton befes­tigt, der aus­rei­chend viel mecha­ni­schen Wider­stand gegen Schrott­um­schlag­ge­rä­te hat.

Die Län­ge der neu geplan­ten Kai­an­la­ge beträgt 236 Meter. Die Ufer­be­fes­ti­gung besteht aus rück­wär­tig ver­an­ker­ten Stahlspund­wän­den, wel­che ca. 16 Meter tief in das Erd­reich gerammt wer­den müs­sen.

Sechs Meter Was­ser­tie­fe für See­schif­fe geeig­net

Par­al­lel zur Kai­an­la­ge wur­de eine tief­ge­grün­de­te Ver­la­de­flä­che her­ge­stellt, auf der 150 Ton­nen schwe­re Krä­ne die Schif­fe be- und ent­la­den kön­nen. Die Zufahrt ist von zwei Stel­len der Säge­müh­len­stra­ße aus mög­lich. Der Umschlag erfolgt auch hier mit Schütt- und Stück­gut. Die Was­ser­tie­fe beträgt sechs Meter und ist damit für See­schif­fe von bis zu 140 Metern Län­ge geeig­net.

Gefrag­te Flä­chen

Für die neu­en Flä­chen der Süd­pier und der Atlas­flä­che lie­gen bereits meh­re­re offi­zi­el­le Inter­es­sen­be­kun­dun­gen regio­na­ler Unter­neh­men vor.