Sanie­rung einer Nahwärmeleitung

Zwei­fa­cher Rohr­vor­trieb unter­halb der DB-Stre­cke 1713 zum Flug­ha­fen Hannover

Die Flug­ha­fen Han­no­ver-Lan­gen­ha­gen GmbH ent­schied sich im Jahr 2012 für die Sanie­rung eines Teil­stü­ckes einer vor­han­de­nen Nah­wär­me­lei­tung DN 250 auf dem Flug­ha­fen­ge­län­de im Bereich der DB-Stre­cke 1713 von Lan­gen­ha­gen zum Flug­ha­fen Han­no­ver-Lan­gen­ha­gen. Die LINDSCHULTE Inge­nieur­ge­sell­schaft mbH Nord­horn wur­de sei­tens des Bau­herrn mit der Aus­ar­bei­tung beauf­tragt. Als Sanie­rungs­maß­nah­me wur­de der Neu­bau einer Nah­wär­me­lei­tung aus einem kunst­stof­fum­man­tel­ten Stahl­rohr DN 250 auf einer Län­ge von rund 100 Metern in neu­er Tras­se vor­ge­se­hen. Hier­bei war es erfor­der­lich, die DB-Stre­cke 1713 bei Bahn-km 14,727 auf einer Län­ge von rund 22,0 Metern unter­ir­disch zu kreu­zen.  Die vor­han­de­ne Nah­wär­me­lei­tung DN 250 ver­blieb in alter Lage und wur­de mit einem Ver­füll­pro­dukt verdämmt.

Flug­ha­fen mit Nahwärmesystem

Der Flug­ha­fen Han­no­ver betreibt zur Ver­sor­gung von Gebäu­den auf dem Flug­ha­fen­ge­län­de ein Nah­wär­me­sys­tem. Ein Teil­ab­schnitt die­ses Nah­wär­me­net­zes ver­läuft vom Kes­sel­haus des Flug­ha­fens an der Ben­ken­dorff­stra­ße zum Kno­ten­punkt am Park­haus Ost an der Flug­ha­fen­stra­ße. In die­sem Lei­tungs­ver­lauf wird die DB-Stre­cke 1713, die seit der Welt­aus­stel­lung EXPO 2000 die S‑Bahn-Anbin­dung des Flug­ha­fens dar­stellt, unmit­tel­bar vor dem bestehen­den Trog­bau­werk zum unter­ir­di­schen Bahn­hof in Nord-Süd-Rich­tung auf einer Län­ge von rund 22 Metern gekreuzt. Alters­be­dingt wur­de die vor­han­de­ne Nah­wär­me­lei­tung mit einem Außen­durch­mes­ser DA 400 mm unter­halb der Bahn­stre­cke still­ge­legt und in neu­er Tras­se mit glei­cher Abmes­sung neu her­ge­stellt. Die neue Tras­se wur­de aus ört­li­chen Gege­ben­hei­ten her­aus rund 30 Meter öst­lich des alten Ver­laufs ange­ord­net. Da es sich bei der Nah­wär­me­ver­sor­gung um eine Vor- und Rück­lauf­lei­tung han­delt, wur­den die Lei­tun­gen unter­halb des Gleis­kör­pers par­al­lel ange­ord­net. Als Schutz­maß­nah­me dien­ten zwei Stahl­be­ton­roh­re DN 600, die mit einem lich­ten Abstand von 2 Metern ver­legt wur­den. Der Ein­bau der Schutz­roh­re erfolg­te in geschlos­se­ner Bau­wei­se mit­tels Mikrotunnelverfahren.

Stich­punk­te zur Referenz:

  • Sanie­rung einer Nahwärmeleitung
  • geschlos­se­ne Bau­wei­se mit­tels Mikrotunnelverfahren
  • Sanie­rung des Abwassernetzes
  • Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nun­gen für Planungen
  • Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen in der Abwasserwirtschaft

Sanie­rung des Abwassernetzes

Die Repa­ra­tur­stra­te­gie hin­ge­gen zielt auf eine Sanie­rung des Abwas­ser­net­zes mit den Zustands­klas­sen 0 und 1 nach DWA durch Repa­ra­tur­sa­nie­rungs­ver­fah­ren mit mög­lichst gerin­gen Inves­ti­ti­ons­kos­ten ab, wobei Schä­den der Zustands­klas­sen 2 und 3 ver­nach­läs­sigt wer­den. Ziel ist die Erhal­tung des bestehen­den Sub­stanz­wer­tes des Abwas­ser­sys­tems mit gerin­ger Erhö­hung der Nut­zungs­dau­er von maxi­mal 10 Jahren.

Nach der Kos­ten­ver­gleichs­rech­nung ergibt sich für Vari­an­te 1 für die Stra­te­gie 1 ein gerin­ge­rer Pro­jekt­kos­ten­bar­wert, womit sich kapi­ta­li­sier­te Kos­ten­er­spar­nis­se zuguns­ten der Stra­te­gie 1 ergeben.

Die Kos­ten­rei­he zeigt eine Erst­in­ves­ti­ti­on zum Zeit­punkt 2010 und wei­te­re Inves­ti­ti­ons­kos­ten der Vari­an­te jeweils auf 10 Jah­re auf­ge­teilt. Hier­bei wird eine line­ar ver­lau­fen­de Zustands­ver­schlech­te­rung des Kanal­net­zes ange­nom­men, die Re-Inves­ti­ti­ons­kos­ten stei­gen eben­falls line­ar. Lau­fen­de Jah­res­kos­ten für z.B. einen erhöh­ten Rei­ni­gungs­auf­wand wur­den berück­sich­tigt und haben einen kon­stan­ten Verlauf.

Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nun­gen für Planungen

In der Fach­ab­tei­lung Was­ser­wirt­schaft von LINDSCHULTE wer­den soge­nann­te dyna­mi­sche Kos­ten­ver­gleichs­rech­nun­gen (KVR) unter ande­rem durch­ge­führt, um bei maro­den Abwas­ser­net­zen eine Ent­schei­dungs­hil­fe zur Abwä­gung einer Kanal­sa­nie­rung z.B. in geschlos­se­ner Bau­wei­se mit­tels Reno­vie­rung oder Repa­ra­tur gegen­über einer Kanal­sa­nie­rung mit­tels Erneue­rung zu erhal­ten. Aber auch im Rah­men hydrau­li­scher Nut­zungs­kon­zep­te z.B. für eine alte Klär­an­la­ge oder im Rah­men einer Kanal­sa­nie­rungs­stra­te­gie hat LINDSCHULTE die Vor­zugs­va­ri­an­te unter Berück­sich­ti­gung des dyna­mi­schen Kos­ten­ver­gleichs ermittelt.

Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen in der Abwasserwirtschaft

Kos­ten­ver­gleichs­rech­nun­gen kom­men immer dann zum Ein­satz, wenn aus einer Anzahl vor­ge­ge­be­ner Alter­na­ti­ven zur Errei­chung einer bestimm­ten Leis­tung die kos­ten­güns­tigs­te Lösung ermit­telt wer­den soll. Neben den Inves­ti­ti­ons­kos­ten wer­den dabei auch die Betriebs­kos­ten sowie die unter­schied­li­chen Nut­zungs­dau­ern der ein­zel­nen Lösun­gen und rea­le Preis­stei­ge­run­gen berück­sich­tigt. Als Grund­la­ge dient die DWA-Arbeits­hil­fe „Leit­li­ni­en zur Durch­füh­rung dyna­mi­scher Kos­ten­ver­gleichs­rech­nun­gen (KVR-Leit­li­ni­en)“.

Als Ergeb­nis der KVR wird die Kos­ten­bar­wert­ent­wick­lung ein­zel­ner Vari­an­ten ver­gli­chen. Der Pro­jekt­kos­ten­bar­wert ist dabei die Sum­me an Geld, die zum Zeit­punkt der Erst­in­ves­ti­ti­on auf­ge­nom­men wer­den muss, um unter Berück­sich­ti­gung des gewähl­ten Zins­sat­zes die Erst­in­ves­ti­ti­on und die spä­te­ren Reinves­ti­tio­nen täti­gen zu können.