4‑gruppige Kin­der­ta­ges­stät­te

Ersatz­neu­bau in Bonn

Das Gebäu­de befin­det sich in fuß­läu­fi­ger Nähe zum Stadt­teil­zen­trum Bonn-Beu­el und ergänzt die umlie­gen­de Kita-Infra­struk­tur sinn­voll. Der Ersatz­neu­bau befin­det sich auf einer Auf­schüt­tungs­flä­che im Bereich einer Gelän­de­de­pres­si­on eines frü­he­ren Alt­arms des Rheins. Der Bau­kör­per bil­det den städ­te­bau­li­chen Abschluss der Eck­si­tua­ti­on Ril­ke­stra­ße / Ring­stra­ße sowie dem dar­an anschlie­ßen­den tro­cken­ge­leg­ten Grün­zu­ges des Rhein­ne­ben­arms. Die Kin­der­ta­ges­stät­te folgt in ihrer Aus­rich­tung dem Ver­lauf der Ring­stra­ße und schirmt hin­sicht­lich der Ver­kehrs­emis­si­on kon­se­quent zu den nach Süden ori­en­tier­ten Frei­an­la­gen ab. Die Erschlie­ßung des Gebäu­des erfolgt über die süd­west­li­che Kopf­sei­te des Gebäu­des über die Rilkestraße.

Die 4‑gruppige Kin­der­ta­ges­stät­te wur­de auf Basis des Pilot­pro­jek­tes „Bon­ner Modell“ ent­wi­ckelt. Die Grund­riss­struk­tur und das päd­ago­gi­sche Kon­zept ori­en­tie­ren sich an den städ­ti­schen Vor­ga­ben, wel­che an vier ver­schie­de­nen Stand­or­ten als Mus­ter­grund­riss umge­setzt wur­den. Wei­ter wur­den an den vier Stand­or­ten jeweils unter­schied­li­che Bau­wei­se fest­ge­legt, um im Nach­gang eine ver­gleich­ba­re Gegen­über­stel­lung in Bezug auf Kos­ten, Ter­mi­ne und Bau­ab­lauf der ver­schie­de­nen Bau­wei­sen ermög­li­chen zu kön­nen. Frei­ge­stellt war die archi­tek­to­ni­sche Gestal­tung des Daches, sowie der Fassade.

Aus­stat­tung:

Fas­sa­de: Kalk­ze­ment­putz-Fas­sa­de mit Ega­li­sa­ti­ons­an­strich und Anti-Graffiti-Beschichtung

Kon­struk­ti­on: Mono­li­thi­sches Mau­er­werk an Ort­be­ton Bodenplatte/Geschossdecken, Kalt­dach in Form eines unsym­me­tri­schen Pfet­ten­da­ches mit Stehfalzeindeckung

Aus­bau: KS-Mau­er­wer­k/GK-Wän­de mit Malervlies + Disper­si­ons­an­strich, Ras­ter­ab­hang­de­cke, Eno­mer Bodenbelag

Haus­tech­nik:

Wär­me­er­zeu­gung über Erd­wär­me, Gas-Brenn­wert­kes­sel-Anla­ge, Fuß­bo­den­hei­zung, RLT-Anla­ge im Bereich Kalt­dach, Aufzugsanlage

Auf­trag­ge­ber: Städ­ti­sches Gebäu­de­ma­nage­ment (SGB 85–321)

Pla­nungs­zeit: Okto­ber 2015 — April 2016

Bau­zeit: Okto­ber 2016 — Dezem­ber 2017

Die zwei­ge­schos­si­ge Kita mit ins­ge­samt vier Grup­pen­räu­men wur­de in mono­li­thi­scher Bau­wei­se mit Poren­be­ton­stei­nen voll­kom­men bar­rie­re­frei nach DIN 18040 umge­setzt. Die Fas­sa­den­ge­stal­tung ori­en­tiert sich eng an den funk­tio­na­len Vor­ga­ben und bie­tet dar­über hin­aus einen Mehr­wert für das päd­ago­gi­sche Kon­zept. So wur­den z.B. die far­bi­gen Fens­ter­rah­mun­gen eigens für die Unter­brin­gung der Raffs­to­re­käs­ten opti­miert, die seit­li­che Lei­bungs­ver­klei­dung als Stoß- und Blend­schutz geplant, sowie die mög­li­che Nut­zung der Fens­ter­bank als Sitz­bank für die Erd­ge­schoss­fens­ter ent­wi­ckelt. Der ver­län­ger­te Dach­über­stand fun­giert neben der ein­deu­ti­gen Mar­kie­rung des Haupt­ein­gangs auch als Wit­te­rungs­schutz für ankom­men­de Kin­der mit ihren Eltern.

Wei­ter wur­de das Haus mit einer kon­trol­lier­ten Be- und Ent­lüf­tung mit Wär­me­tau­scher aus­ge­stat­tet, bei dem die Tech­nik in dem eigens dafür opti­mier­ten, asym­me­tri­schen Pfet­ten­dach (Kalt­dach) unter­ge­bracht wur­de. Beson­ders akri­bisch erfolg­te die Über­wa­chung der städ­ti­schen Umwelt­ver­träg­lich­keits­richt­li­ni­en, bei der sämt­li­che ver­bau­ten Pro­duk­te einer inten­si­ven Prü­fung unter­zo­gen wur­den, um somit einen maxi­ma­len Gesund­heits­schutz und eine hohe Umwelt­ver­träg­lich­keit sicher­stel­len zu kön­nen. Die abschlie­ßen­de VOC Mes­sung erfolg­te mit her­vor­ra­gen­den Wer­ten und kom­plet­tiert das ener­ge­tisch hoch­ef­fi­zi­en­te Haus.

Die Land­schafts­pla­nung wur­de schon früh­zei­tig in den Pla­nungs­pro­zess ein­ge­bun­den. So konn­te sicher­ge­stellt wer­den, dass vie­le Bäu­me aus dem Baum­be­stand in die neue Pla­nung über­nom­men wer­den konn­ten. Die Neu­pflan­zun­gen ergän­zen den Grün­be­stand und erfül­len die aus der Nut­zung resul­tie­ren­den Anfor­de­run­gen. Neben den ca. 965 m² gro­ßen, auf­wen­dig gestal­te­ten, süd­lich gela­ger­ten Spiel­flä­chen wur­de im Lau­fe des Pla­nungs­pro­zes­ses noch die Nut­zung der nörd­li­chen Spiel­wie­se frei­ge­ge­ben. Eine Trep­pen­an­la­ge ver­bin­det nun die Grund­stü­cke und bie­tet mit einer Grö­ße von ca. 1100 m² zusätz­li­che Außen­spiel­flä­che für die Kinder.